Obwohl keines der oben genannten Modelle speziell auf unser Thema einging, boten sie einen nützlichen Ausgangspunkt für die Darstellung der kontextbezogenen Faktoren, Mechanismen und Ergebnisse, die bei jedem Versuch, zu erklären, wie Erinnerungssysteme funktionieren, für wen und unter welchen Umständen, zu berücksichtigen waren. Neben diesen Verhaltensmodellen, die überwiegend von psychologischer Theorie geprägt waren, beschäftigten wir uns auch mit relevanter soziologischer Literatur. Dieser Ansatz entsprach unserem Wunsch, einen umfassenden konzeptionellen Rahmen zu entwickeln, der die Bandbreite der auf verschiedenen Ebenen wirkenden Einflüsse kartographierte und dabei versuchte, das Funktionieren von Erinnerungssystemen in einer breiten psychosozialen Systemperspektive zu verstehen, anstatt das Phänomen vollständig auf individueller Ebene zu lokalisieren. Obwohl unsere Überprüfung keine soziologisch getriebenen Forschungsarbeiten identifizierte, die sich speziell mit Antworten auf Ernennungserinnerungen befassten, wurde eine Reihe von Beiträgen als nützlich im Zusammenhang mit der Erweiterung unseres konzeptionellen Rahmens auf eine breitere Palette potenziell wichtiger Faktoren ertifft. Zunächst haben wir frühere Arbeiten über die Aufnahme von Screening-Interventionen zur Kenntnis genommen, die die Art und Weise aufzeigten, wie die Anwesenheit als Antwort auf normative Erwartungen darüber verstanden werden kann, was verantwortungsvolles und legitimes Handeln – eine Form der moralischen Verpflichtung – und nicht eine individuelle Entscheidung oder Entscheidung darstellt (z.B. Griffiths et al.37 zum Brustscreening).38 Dieser Arbeitsstrang kann von Pierre Bourdieus` Konzept von habitus beeinflusst werden:39 die Verkörperung sozialer Regeln. Der Einzelne, so argumentiert er, erwirbt in der hierarchisch strukturierten Gesellschaft ein “Gefühl des eigenen Platzes” und schließt sich von Gütern, Personen und Orten aus, die sich innerhalb/außerhalb ihrer sozialen Gruppe befinden.39 Das Verständnis unterschiedlicher Muster des Terminverhaltens zwischen “Gruppen” kann durch die Berücksichtigung der Art und Weise, wie solche Verhaltensweisen durch andere als selbstverständliche “Seinswege” oder “klebrige Gewohnheiten” unterstützt oder untergraben werden können, die innerhalb bestimmter Gruppen oder Gemeinschaften existieren, verstärkt werden.39 Wir haben Arbeiten identifiziert, die darauf abzielt, die Rolle konkreter, aufgestellter Eventualitäten hervorzuheben, die Verhaltensweisen prägen und einschränken, wie z. B. die praktischen Anforderungen des täglichen Lebens, einschließlich der gesundheitsbezogenen Einhaltung/Betreuung.