Der Tarifvertrag für Arbeitnehmer im gewerblichen Bereich legt Mindestarbeitsbedingungen für die Arbeit im Einzelhandel wie Bezahlung, Arbeitszeitzulagen, Arbeitszeiten und Urlaub fest. So sollten beispielsweise die Löhne nicht unter die von PAM im Tarifvertrag ausgehandelten Mindestlöhne fallen. Es ist gut zu bedenken, dass man keinen individuellen Arbeitsvertrag zu schwächeren Konditionen abschließen kann als im Tarifvertrag vereinbart. Anfang November 2019 veröffentlichten zwei französische Institute eine EU-finanzierte Studie über die Beteiligung europäischer Betriebsräte an der digitalen Revolution. Zwischen Juni 2018 und April 2019 fanden in Paris, Rom und Brüssel drei Workshops statt, an dem EBR-Mitglieder und Personalleiter aus 15 Unternehmen teilnahmen. Die zentrale Frage war, wie das Thema Digitalisierung im EBR konkret behandelt werden kann. Das Handbuch enthält Fallstudien zu solchen EBR-Aktivitäten: z.B. aus Frankreich für den Reifenhersteller Michelin, den Energiekonzern Engie, die Großbank BNP Paribas und für den Versicherungskonzern Axa. Darüber hinaus gibt es eine Beschreibung der Aktivitäten des SE-Betriebsrats im Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus und der im März 2019 für den britisch-niederländischen Konsumgüterkonzern Unilever geschlossenen Rahmenvereinbarung über die Zukunft der Arbeiten (siehe Bericht in EBR News 1/2019).

Es ist in fünf Sprachen verfügbar. Vom 18. bis 20. November 2019 tagte der EBR des Pharmagroßhändlers Alliance Healthcare in London (Foto zeigt Vorbesprechung ohne zentrales Management). Wenige Tage zuvor hatte es Presseberichte gegeben, wonach der Finanzinvestor KKR die Muttergesellschaft Walgreens Boots Alliance in den USA übernehmen und von der Börse streichen wolle. Dies wäre der größte Private-Equity-Deal aller Zeiten. Der Europäische Betriebsrat besteht aus 20 Delegierten aus neun Ländern und vertritt mehr als 17.000 Beschäftigte, davon ein Drittel im Vereinigten Königreich. Derzeit laufen Verhandlungen mit Unterstützung der EBR-Akademie über die Anpassung des EBR-Abkommens (siehe Bericht in den EBR-Nachrichten 3/2019). Die Vereinbarung besteht zwischen PAM für die Arbeitnehmer und dem finnischen Handelsverband für die Arbeitgeber. Menschenrechte in allen globalen LieferkettenIm September 2019 hat ein Bündnis von 17 Organisationen, darunter Gewerkschaften, in Berlin die Initiative Supply Chain Act ins Leben gerufen. Ziel ist es, deutsche Großunternehmen zur Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards im Ausland zu verpflichten.

In Frankreich ist ein solches Gesetz bereits seit Januar 2018 in Kraft (siehe Bericht in den EBR-Nachrichten 4/2016). Rund 150 französische Unternehmen müssen nun im Rahmen eines Due-Diligence-Verfahrens ihre Lieferketten überprüfen und sind für Verstöße gegen ihre Sorgfaltspflicht rechtlich verantwortlich. Auch im Vereinigten Königreich sind Unternehmen gesetzlich verpflichtet, Zwangs- und Kinderarbeit in der Produktionskette auszuschließen. Die Bundesregierung setzt seit langem auf eine freiwillige Selbstverpflichtung, kündigte aber am 9. Dezember 2019 einen Gesetzentwurf an. Eine Vereinbarung zwischen den Sozialpartnern im spanischen Einzelhandel wird die Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen für die nächsten drei Jahre regeln.